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Steckdosen in einem Gartenschuppen

Windkraftanlagen: Ist die Stromgewinnung per Windrad sinnvoll?

Von Marek Stapff · Veröffentlicht am · Aktualisiert am

Windkraft ist heute eine der tragenden Säulen der Energiewende: viel installierte Leistung, sinkende Stromgestehungskosten, kein fossiler Brennstoff. Trotzdem stoßen Windräder bei vielen Menschen auf Widerstand, weil sie das Landschaftsbild verändern, Geräusche machen oder Schatten werfen.

Hier erfährst du, wie Windkraft technisch funktioniert, was einen guten Standort ausmacht und was für und gegen Windenergie spricht. Kleinwindkraftanlagen am Eigenheim nehmen wir dabei besonders kritisch unter die Lupe.

Wie Windkraftanlagen technisch funktionieren

Eine Windkraftanlage erzeugt Strom ohne fossile Brennstoffe. Sie wandelt die kinetische Energie des Windes (Bewegungsenergie) möglichst effizient in elektrische Energie um und speist diese anschließend ins Stromnetz ein.

Vereinfacht läuft das so ab:

Weil der Wind nicht gleichmäßig weht, schwankt die Einspeisung. Das ist eine der Hauptursachen für Flatterstrom, also das wetterabhängige Auf und Ab im Stromnetz.

Mögliche Standorte für Windkraftanlagen

Wie gut Windkraft funktioniert, hängt stark von den örtlichen Bedingungen ab. Die erste Unterscheidung ist die zwischen Onshore (an Land) und Offshore (auf dem Meer).

Onshore-Windkraft (an Land)

Onshore-Anlagen stehen meist in Windparks, oft in offenen, exponierten Lagen. Dort muss der Wind beständig stark genug wehen und die Anlage möglichst ungestört anströmen.

Konkret kommt es auf folgende Punkte an:

Offshore-Windkraft (auf dem Meer)

Offshore-Windparks nutzen die oft stärkeren und gleichmäßigeren Winde auf dem offenen Meer. Bau, Wartung und Netzanbindung sind dort allerdings deutlich komplexer und damit auch teurer.

Windkraft in Städten

Für Städte gibt es Konzepte mit kleineren Turbinen, die sich in Bauwerke oder auf Dächer integrieren lassen. In der Praxis liefern sie aber nur wenig, weil die Bebauung den Wind stark verwirbelt. In der Stadt ist Photovoltaik meist die deutlich effizientere Lösung, und Kleinwindkraft bleibt ein Nischenthema.

Worauf du bei Windkraftanlagen achten musst

Gute Windwerte und eine möglichst freie Anströmung sind Grundvoraussetzungen, egal ob die Anlage an Land oder auf See steht.

Dazu kommt eine Reihe weiterer Punkte:

In Deutschland stehen die großen Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee, an Land wurde die Windkraft vor allem in Nord- und Mitteldeutschland ausgebaut. Süddeutschland hat es schwerer: weniger Wind, knappere Flächen. Geeignete Höhenlagen wie bestimmte Bergkämme können attraktiv sein, allerdings ist der Aufwand für Planung und Erschließung dort höher.

Vor- und Nachteile von Windkraftanlagen

Strom ohne fossile Brennstoffe ist ein starkes Argument. Trotzdem hat Windkraft wie jede Technik ihre Licht- und Schattenseiten.

Vorteile:

Nachteile:

Kleinwindkraftanlagen am Eigenheim

Was im Großen funktioniert, klingt auch im Kleinen verlockend. Nur geht die Rechnung privat selten auf. Es kommt auf Standort, Technik und deine Erwartungen an.

Arten von Kleinwindkraftanlagen:

Mini-Anlagen für Balkon oder Dach

Das sind sehr kleine Turbinen, manchmal mit PV kombiniert. Viel liefern sie meist nicht. Sieh sie eher als Ergänzung oder Experiment, nicht als echte Stromquelle.

Standorte für Kleinwindkraftanlagen

Bei Kleinwindkraftanlagen entscheidet der Standort fast alles.

Mögliche Standorte:

Lohnt sich eine Windkraftanlage am Eigenheim?

Eine Kleinwindkraftanlage rechnet sich am ehesten, wenn du in einer windstarken Gegend wohnst und kaum Hindernisse wie hohe Bäume oder Gebäude in der Nähe stehen. Dann kann sie eine Photovoltaikanlage sinnvoll ergänzen, denn Wind kann auch nachts und in sonnenarmen Zeiten Strom liefern.

Pro erzeugter Kilowattstunde ist eine private Kleinwindkraftanlage aber oft teurer als PV, unter anderem wegen Wartung und mechanischem Verschleiß. Und sie kann Geräusche machen, die dich oder deine Nachbarn stören. Achte deshalb besonders auf Abstand, Ausrichtung und gute Technik.

Zukunftsperspektiven und Energiewende

Windkraft ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Zusammen mit Photovoltaik kann sie Schwankungen ausgleichen, denn Windräder liefern häufig dann Strom, wenn die Sonne weniger beiträgt, zum Beispiel nachts oder bei bestimmten Wetterlagen. Und weil moderne Anlagen immer effizienter werden, verbessert sich auch ihre Wirtschaftlichkeit.

Worauf es weiter ankommt:

Privat lohnt sich eine Kleinwindkraftanlage nur, wenn der Standort wirklich passt. In der großen Energieversorgung hat die Windkraft dagegen längst ihren festen Platz.

Infografik mit Übersicht zu Funktion, Standorten und Kleinwindkraftanlagen
Infografik: Windkraftanlagen – Funktion, Standorte und Kleinwindkraftanlagen im Überblick.

FAQ für Windkraftanlagen

Wie erzeugt ein Windrad Strom?

Der Wind setzt die Rotorblätter in Bewegung. Die Drehenergie wird über Antrieb und Generator in elektrische Energie umgewandelt und ins Stromnetz eingespeist.

Was ist der Unterschied zwischen Onshore- und Offshore-Windkraftanlagen?

Onshore-Windkraftanlagen stehen an Land, Offshore-Anlagen auf See. Offshore-Anlagen liefern oft hohe Erträge, sind aber komplexer und teurer zu bauen und zu warten.

Welche Vorteile hat Windenergie?

Windkraft verursacht im Betrieb sehr geringe Emissionen, benötigt keine fossilen Brennstoffe und trägt erheblich zur Energiewende bei. Wind ist eine unerschöpfliche Energiequelle.

Welche Standortfaktoren sind für Windkraft wichtig?

Wichtig sind ausreichend hohe und stabile Windgeschwindigkeiten, möglichst geringe Turbulenzen, die Nähe zum Netzanschluss sowie Auflagen zum Natur- und zum Anwohnerschutz (Schall, Schattenwurf).

Welche Nachteile hat Windenergie?

Zu den Nachteilen zählen Akzeptanz- und Landschaftskonflikte, mögliche Auswirkungen auf Tierarten sowie der Infrastruktur- und Materialaufwand, insbesondere bei Offshore-Projekten.

Lohnt sich eine Kleinwindkraftanlage für Privatpersonen?

Das lohnt sich nur bei sehr guten Windbedingungen und einem passenden Standort. In vielen Fällen ist Photovoltaik einfacher umzusetzen, günstiger und wartungsärmer.

Weiterführende Quellen

kennzeichnet externe, unabhängige Angebote. Diese Verweise öffnen sich in einem neuen Tab.

Begriffe und Abkürzungen kurz erklärt: siehe Glossar (Windkraft).

Aktuelle Entwicklungen zum Windkraft-Ausbau findest du in unseren News, eine vollständige Themenübersicht im Inhaltsverzeichnis.